Prof. Dr. Angelika Groterath
Klinische Psychologin und Psychotherapeutin.
Lehrgebiete
- Entwicklungs-, Sozial- und Klinische Psychologie
- Sucht und Drogenabhängigkeit
- Psycho- und Soziodrama
- Internationale Tätigkeitsfelder und Herausforderungen der Internationalisierung
- Psychosoziale Notfallversorgung / Critical Incident Stress Management
- Interkulturelle Kommunikation
Forschungsgebiete
- HIV/AIDS und Drogen
- Umgang mit Gewalt
- Interkulturelle Kommunikation
Aufgaben an der Hochschule Darmstadt
- Auslandsbeauftragte und Koordinatorin von EU-Programmen
Internationale Tätigkeiten
- Gutachterin für die Europäische Kommission im Daphne Programm (grenzüberschreitende Projekte gegen Gewalt an Kindern, Jugendlichen und Frauen)
- Mitglied im Beratergremium des italienischen Zivilschutzes (Protezione Civile, Presidenza del Consiglio dei Ministri) - Erstellung von Richtlinien für die psychosoziale Notfallversorgung
- Lehraufträge in Master Studiengängen an der Università Cattolica del Sacro Cuore, Mailand, Fakultät für Psychologie, und an der Università Roma III, Fakultät für Politische Wissenschaften
Meilensteine
Jahrgang 1954
- Diplom in Psychologie in Marburg 1979
- Externe Promotion in Soziologie in Gießen 1986
- Wissenschaftliche Leitung des Moreno Instituts Stuttgart
- Umzug nach Rom 1991
- Tätigkeiten im Drogen- und Fortbildungsbereich in Italien, Spanien, Portugal, Malta, Slowenien, Dänemark, Irland, der Tschechischen Republik
- Psychotherapie mit Schwersttraumatisierten in Italien
- Master in Peacekeeping and Security, Università Roma III, 2000
- Notfallmissionen mit Médecins Sans Frontières, Paris, nach Gaza 2001 und für UN (UNSECOORD) nach Bagdad 2003 - Versorgung von Akuttraumatisierten
- Zahlreiche Tätigkeiten für UN und INGOs im Nahen Osten, in Afrika, Südamerika und Asien
- 2005 / 2006: Expertin für die Europäische Kommission in einem HIV/AIDS - Projekt in Libyen
Aktuelle Veröffentlichungen
- Fremd ist der Fremde nur in der Fremde. In Wittinger, Th., Hrsg., Handbuch; Soziodrama, Leske + Budrich, Opladen, 2005
- Psychodramatisches Stressdebriefing in Gaza. Zeitschrift für Psychodrama und Soziometrie, 1/2003, 173-188
- BABELE - La comunicazione interculturale nelle missioni di pace. Co-Autor: Pasquale Agovino. Rassegna della Giustizia Militare, XXVII - N. 1-2-3, Gennaio - Giugno 2001, 1-68
- Vom Zusammenprall der Welten. Co-author: Eva Groterath. In Buche, I. (Hrsg.), 2001, Gottheiten, Geister und Schamanen, Heilkunst in Amerika, 2a-Verlag, Akademie freier Autoren e.V., Hamburg, 27 - 68. (Hrsg.): Jakob Levy Moreno in Zerka Toeman Moreno, Skupine, Njihova Dinamika in Psihodrama, 2000, Institut Antona Trstenjaka, Ljubljana, 2000
- United Nations Drug Control Programme (UNDCP) - Das Drogenkontrollprogramm der Vereinten Nationen. In Stimmer, F., 2000, Suchtlexikon, Oldenbourg Verlag, München, Wien, 2000, 629-632
Anschrift:
Prof. Dr. rer. soc. Angelika Groterath
Adelungstraße 51
64283 Darmstadt
E-Mail: angelika.groterath@h-da.de
Tel: +49.6151.16-8728
Fax: +49.6151.16-8990
Workshop I:
Interkulturelle Aspekte in Beratung und Therapie
Kenne ich meine eigenen kulturellen Prägungen und weiß ich, wie sie mich beeinflussen?
Weiß ich, wie Unterdrückung, Rassismus und Diskriminierung auf Angehörige von Minderheiten wirken?
Was weiß ich über die Länder, aus denen meine PatientInnen kommen? Was weiß ich über das kulturelle Erbe meiner KlientInnen? Über ihre kommunikativen Gewohnheiten? Über ihre Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit?
Das sind nur einige der Fragen, denen wir uns in der Arbeit mit Menschen aus anderen Ländern stellen müssen. Unsere psychotherapeutischen Theorien und Techniken, ob nun Wiener oder Zürcher Prägung oder nordamerikanischer, beziehen sich auf den ‚Weißen Mann’, gelegentlich auch die weiße Frau, unbedingt auf Menschen, die in industrialisierten Gesellschaften leben, leiden und genesen wollen. Der Frage, inwieweit unsere Theorien und Techniken multikulturellen Herausforderungen gewachsen sind, wie sie möglicherweise modifiziert werden könnten oder müssen, wird in diesem Workshop nachgegangen.
Beispiele aus der eigenen Praxis können eingebracht werden.
Workshop II:
Krisenintervention und Critical Incident Management in unterschiedlichen Kulturen
Eifrige PsychotherapeutInnen und Counselors westlicher bzw. nördlicher Provenienz haben früh dazu beigetragen, den Ruf der Psychotherapie in der International Community zu schädigen: Mit ‚Traumatherapie’ und ähnlichen Kriseninterventionen wurde in Kriegs- und Katastrophengebiete bis vor nicht allzu langer Zeit mehr Schaden angerichtet, als geholfen. Die WHO und die großen NGOs – im IASC (Interagency Standing Committee) – haben dem ein Ende bereitet; und die Erkenntnis hat sich durchgesetzt, dass jegliche Krisenintervention in einem Katastrophengebiet die lokalen Ressourcen braucht und mit einbezieht. Wie das aussehen könnte, wird in diesem Workshop entwickelt und erarbeitet – im Rollenspiel, das gleichzeitig die Lernerfahrung des cultural role-taking ermöglicht.
Referat:
Psychologische, therapeutische und psychosoziale Arbeit in Internationalen Organisationen
Aufgezeigt wird in diesem Referat, wie und wodurch sich das System der Vereinten Nationen gegenüber den psychosozialen Professionen geöffnet hat und welche Arbeitsmöglichkeiten sich für diese Professionen in Organisationen der VN oder mit ihnen kooperierender Nichtregierungsorganisationen ergeben. Die Referentin hat 20 Jahre lang international gearbeitet, ihre Erfahrungen – und Beiträge von Freundinnen und Kollegen – jetzt in einem Buch zusammengestellt, aus dem hier referiert wird.
Groterath (2011): Soziale Arbeit in Internationalen Organisationen. Ein Handbuch zu Karrierewegen in den Vereinten Nationen und NGOs. Opladen: Barbara Budrich Verlag.

